Ötzi - Der Fund

Die Auffindung des Mannes aus dem Eis war spektakulär und revolutionierte das bisherige Wissen über die steinzeitliche Lebensweise der Menschen im alpinen Raum. 5.300 Jahre hat das Eis den Mann aus dem Eis festgehalten. 5.300 Jahre hat das ewige Eis die Überreste des Steinzeitmenschen "Ötzi", welcher in seiner Alltagsbekleidung und in seiner ganzen Ausrüstung im Gebirge unterwegs war, konserviert! Der Mann aus dem Eis fasziniert: Vermittelt er doch den Menschen Jahrtausende später tiefe Einblicke in das Leben und die Kultur einer längst vergangenen Epoche!

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 Ötzis Beil

 Ötzis Fund am 19.9.1991

 Fundstelle Tisenjoch


FUNDBERICHT

Erika und Helmut Simon, zwei Nürnberger, die ihren Urlaub in Südtirol verbringen, besteigen am Mittwoch, 18. September 1991 die Similaunspitze. Des schlechten Wetters und der späten Uhrzeit wegen steigen sie ungeplant zur Similaunhütte ab.


Am nächsten Tag, es ist Donnerstag, der 19. September 1991, machen sich die Simons von der Hütte aus auf, die Finailspitze zu erklimmen. Gegen 12 Uhr 30 beginnt der Abstieg, sie wählen eine abseits gelegene Route, wollen zur Similaunhütte zurück, wo ihr Gepäck derweilen aufbewahrt wird. Beim Abstieg entdeckt das Ehepaar Simon eine bis zur Hüfte aus dem Eis ragende Leiche. Sie machen einige Fotos und kehren unverzüglich zur Hütte zurück.


Dort unterrichten sie den Hüttenwirt Markus Pirpamer vom Fund, dieser informiert sowohl Carabinieri auf italienischer Seite, als auch die Gendarmerie in Sölden. Da die italienischen Behörden zunächst abwinken, fällt der Fund in österreichische Zuständigkeit.


Am Freitag, 20. September unternimmt man den Versuch, mit einem Helikopter zur Leiche vorzustoßen um diese zu bergen. Mehrmals versucht man die Leiche frei zu meißeln, doch die schlechten Bedingungen veranlassen den Abbruch des ersten Bergungsversuches.


Am Abend des 21. Septembers sitzen die Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner und Hans Kammerlander in der von Markus Pirpamer bewirtschafteten Similaunhütte. Sie unternehmen gerade eine Hüttentour durch Südtirol. Markus Pirpamer, der beim ersten Bergungsversuch zugange war, erzählt den Bergsteigern vom Fund am Hauslabjoch. Pirpamer beschreibt seinen Zuhörern einige Fundstücke, die bei der Mumie gesehen wurden. Unter anderem sei ein Beil gefunden worden, auf dessen genauere Beschreibung hin Messner das Alter der Leiche auf 500 bis 3.000 Jahre datiert. Niemand weiß zu diesem Zeitpunkt wie nahe Messner der Wahrheit gekommen war. Pirpamer steigt mit seinen prominenten Gästen zur Fundstelle auf.


Montag, 23. September 1991. Tag der offiziellen Bergung.
2 Hubschrauber, zuerst jener des österreichischen Rundfunks, dann der Helikopter des Innenministeriums, treffen an der Fundstelle ein. Die Bergung der Leiche erfolgt durch einen Gerichtsmediziner und einen Gendarmen. Gegen 14 Uhr ist die Arbeit abgeschlossen, man fliegt zurück nach Vent im hinteren Ötztal. Die Leiche und die bei ihr aufgefundenen Objekte, werden von dort aus durch einen Leichenbestatter nach Innsbruck gebracht, wo sie gegen 16 Uhr 30 in der Gerichtsmedizin eintreffen.


In den darauffolgenden Tagen unternimmt man mehrmals den Versuch, die Fundstelle für Nachuntersuchungen anzufliegen. Das schlechte Wetter verhindert zunächst alle Versuche. Schließlich landet der Helikopter. Es gelingt, mehrere der Mumie zuzuordnende Ausrüstungsteile, sowie Gräser und Hölzer zu bergen.


In der Zwischenzeit bahnt sich ein Konflikt mit den italienischen Behörden an. Die Leiche vom Hauslabjoch soll Gerüchten zufolge, auf italienischem Hoheitsgebiet gefunden worden sein. Um dies zu klären wird man am 01. Oktober 1991 die Fundstelle neu vermessen. Tatsächlich stellt man bei der Neuvermessung fest, dass der historische Fund um 92.56 Meter auf italienischer Seite liegt.


Die genaue Datierung des Fundes erfolgte durch komplizierte und aufwendige Untersuchungen sowohl am Leichnam, wie auch an den geborgenen Materialien. Die wissenschaftlichen Analysen wurden in Innsbruck, im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz und in vielen anderen Instituten – verstreut über den gesamten Globus - durchgeführt.


Den vorliegenden Ergebnissen zufolge, verunglückte der Mann aus dem Eis irgendwann zwischen 3.350 und 3.100 v. Chr.! Seit dem 16. Jänner 1998 befindet sich der Mann aus dem Eis mit allen Beifunden im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen.